FDP Ennepetal

FDP will die klar erkennbare Oppositionsrolle

FDP verzichtet auf eigenen Bürgermeisterkandidaten und eine Wahlempfehlung. Liberale rüsten sich beim Parteitag für Kommunalwahlkampf und anschließende Legislaturperiode.

Ennepetal. FDP hat sich festgelegt. Sie stellt keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten auf. Dafür gibt’s eine Ansage für die Zeit nach der Wahl. Die Ennepetaler FDP, die bei der letzten Bürgermeisterwahl mit Imke Heymann in den Wahlkampf zog und im Rat der Stadt eine Kooperation mit CDU, Grünen und Freien Wählern einging, wird für die Wahl am 13. September keine Wahlempfehlung für eine Kandidatin oder einen Kandidaten aussprechen, also auch nicht für die Wiederwahl der Bürgermeisterin Imke Heymann. Auch wird die FDP keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen.

 Zwischenzeile

Beim Ortsparteitag in der Voerder „Rosine“ kündigte Vorsitzender Klaus Muck schon jetzt für die Arbeit im neuen Rat der Stadt eine
„klar erkennbare Opposition“ an. Muck, der in der Versammlung einstimmig als Ortsvorsitzender wiedergewählt wurde, begründete in
seiner Rede die Entscheidung: „Die FDP geht mit einem unabhängigen und eigenständigen Profil in den anstehenden
Kommunalwahlkampf. Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern im September eine echte Wahl geben. Eine funktionierende
Demokratie braucht Wahlvielfalt!“ Man werde mit konstruktiven Beiträgen die Finger in die Wunde legen, „wie das die FDP schon in
der Vergangenheit gemacht hat“. Die Ziele werde man klar benennen.
Klaus Muck ging in seiner Rede auf den „Heimat-Check“ dieser Zeitung ein und betonte: „Im direkten Vergleich zu Schwelm und
Gevelsberg hat Ennepetal eine schlechtere Note erzielt. Alle politischen Parteien sollten die Ergebnisse analysieren und entsprechende Konzepte und Maßnahmen vorlegen!“ Als besondere Herausforderung sieht Klaus Muck die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Ennepetals. Als
FDP-Kreisvorstandsmitglied regte er an, über interkommunale Projekte nachzudenken. Grundsätzlich müsse sich die Politik von alten Konzepten und Denkweisen, die der Zukunft Ennepetals nichts nützen, verabschieden. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz,
Mobilität, Industrie 4.0, Klimaneutralität seien die Themen er Zukunft.

Als ein Beispiel für ein erfolgreiches Krisen- und Informationsmanagement nannte Muck den PCB-Vorfall bei der Firma BIW. „Durch die Intervention des FDP-Landtagsabgeordneten Bodo Middeldorf (er war am Montag in der Versammlung als Wahlleiter tätig) konnte eine weitere Eskalation mit Landrat und Kreisverwaltung vermieden werden.“ Middeldorf habe eine direkte Kommunikation mit dem Umweltministerium in Düsseldorf vermittelt. Herausgekommen sei letztendlich ein „gutes Ergebnis für beide Seiten“.

 Muck bemerkte, dass bei der BIW-Pressekonferenz die Politik nur durch die FDP vertreten gewesen sei. „Gutes Krisen- und Informationsmanagement für ein in ernsthafte Schwierigkeiten geratenes Ennepetaler Unternehmen sieht anders aus“, so Muck wörtlich.

In der Versammlung legte Schatzmeister Christoph Hedtmann einen sehr zufriedenstellenden Kassenbericht vor. Fraktionschef Michael Haas sagte: „Wegen der Corona-Pandemie habe man nicht getagt. Wichtiges sei telefonisch besprochen oder auch verschoben worden für Nach-Corona-Zeiten. Ratskandidat Ulrich Schilling kommentierte: „Die Stadtverwaltung arbeitet derzeit ohne eine richtige politische Kontrolle!“

Gleich zu Beginn der Versammlung gab es Beifall für Friedrich Niebuhr. Er ist seit 40 Jahren in der FDP, gehörte dem Kreishauptausschuss der Partei an und war sachkundiger Bürger im Schul- und Kulturausschuss der Stadt. FDP-Vorsitzender Klaus Muck überreichte dem Jubilar Anstecknadel, Urkunde und Blumen. Muck würdigte die „sachliche Art“ des ehemaligen Reichenbach-Lehrers. Friedrich Niebuhr selbst sagte: „Als ich in die FDP eintrat, war sie in Ennepetal eine kleine Partei!“

Wie bekannt wurde, ist die Mitgliederzahl in jüngster Zeit auf 41 angestiegen. Viele junge Leute seien jetzt im Stadtverband Ennepetal tätig, hieß es.

Vorstandswahlen

Klaus Muck führt auch weiterhin die Ennepetaler FDP. Beim Ortsparteitag wurde er einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist nun Daniel Böhler, der Vorsitzende der Jungen Liberalen in Ennepetal. Böhler hatte die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit der Jungen Liberalen mit der FDP gewürdigt und dem FDP-Vorstand dafür gedankt. Schatzmeister ist weiterhin Christoph Hedtmann. Beisitzerinnen sind Andrea Hessler und Anne Alberts. Die Kasse prüfen Jutta Hessler und Stefan Haas.

Die Liste der FDP zur Kommunalwahl am 13. September führt der langjährige Fraktionschef Michael Haas an. Es folgen Daniel Böhler, Klaus Muck, Volker Imlau, Thomas Braun, Dominik Mumm, Andrea Hessler und Rolf Krumbein.

In den einzelnen Wahlbezirken kandidieren:1. Büttenberg-Nord: Dominik Mumm, 2. Büttenberg-Süd: Paul Daniel Jakobi, 3. Innenstadt (Milspe): Rolf Krumbein, 4. Reichenbach-Gymnasium: Birgit Klöber, 5. Voerde Nord: Volker Imlau. 6. Häufgen: Andrea Hessler, 7. Effey: Karl Raab, 8. Voerde: Daniel Böhler, 9. Hasperbach: Marc Philip Scholten, 10. Voerde-Süd: Klaus Muck; 11. Oelkinghausen/ Külchen/Heide: Michael Haas, 12. Deterberg: Stefan Haas, 13. Kirchstraße: Christoph Hedtmann, 14. Wilhelmshöhe: Thomas Braun, 15. Rathaus: Frank Schilling, 16. Oberbauer: Elmar Berg, 17. Homberge: Dimitra Papadopoulou und 18. Rüggeberg: Ulrich Schilling.